• laugh and don't burn out

Bewegung gegen Stress


Vor ca. 400 000 Jahren lebte auf unserem schönen Planeten der Neandertaler. Ein nettes Völkchen, dass mit Holzspeeren jagten, auf denen sie Steinspitzen befestigten. Diese Speere waren aber zu groß zum Werfen. Das bedeutet, dass sie sich anschleichen mussten, um die Tiere aus kurzer Distanz aufzuspießen.

Der größte Feind des Neandertalers, waren große Raubtiere. Hier blieben dem Neandertaler genau drei Möglichkeiten: Flucht, Kampf oder Todstellen.

Alle diese Tätigkeiten lösten im Neandertaler großen Stress aus. Er schüttete die Hormone Adrenalin und Cortisol aus.

Adrenalin (Epinephrin) ist ein Hormon, das in den Nebennieren gebildet und bei Stress vermehrt ins Blut abgegeben wird. Es mobilisiert die Energiereserven im Körper und steigert die Leistungsbereitschaft. Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt an. Es stoppt außerdem die Verdauung, Hungergefühl, Müdigkeit. Wäre natürlich blöd, wenn sich mitten in der Flucht vorm Säbelzahntiger die Blase meldet.


Heute müssen wir zwar unsere Essen nicht mehr jagen, jagen aber unseren Terminen, dem Geld, den Freizeitaktivitäten,… nach.

Heute sitzt uns auch nicht der Säbelzahntiger im Nacken, sondern unser Chef. Das Telefon läutet um halb Zehn bereits zu den 15 Mal, die Kollegin ist krank und wir werden mit Arbeit zugeschüttet. Dies muss bis 16 Uhr fertig sein und das bis 14 Uhr. Um 17 Uhr müssen wir unseren Sohn von der Nachmittagsbetreuung holen, noch schnell einkaufen, kochen und mit Söhnchen die Hausaufgabe machen. Natürlich hat er seine Hefte in der Schule vergessen. So telefonieren wir mit der Mutter seines Schulkollegen und fahren nochmal weg und leihen uns seine.

Wieder zu Hause angekommen, ist die Wäsche ist fertig und gehört noch aufgehängt und gegessen haben wir auch noch nichts. Aber egal. Dem Söhnchen noch ein Abendessen gemacht, wir haben sowieso keinen Hunger mehr.

Es ist 20 Uhr, Söhnchen ist im Bett und wir lassen uns zur Entspannung ein Bad ein oder trinken ein Glas Wein.


Leider macht unser Körper dabei keinen Unterschied. Wir geraten in Stress und schütten neben vielen anderen Hormonen auch die beiden oben genannten aus. Das ist auch der Grund, dass wir durch zu viel Stress Verdauungsbeschwerden bekommen oder keinen Appetit haben. Wir haben Schlafstörungen und viele andere Probleme.

Natürlich sind wir zu müde um jetzt noch eine Runde um den Block zu laufen oder ein knackiges Workout im Wohnzimmer zu machen. Wir fallen ins Bett und liegen noch lange wach. Unser Körper muss ja wachsam sein, was, wenn der Säbelzahntiger angreift?


Das durch den Stress aufgebaute und überschüssige Adrenalin und Cortisol bleibt in unserem Körper, DENN es baut sich Großteiles durch Bewegung ab. Nun gibt es auch hierfür unzählige Studien, die belegen, dass sich aerobe Sportarten wie moderates Joggen hervorragend eignen, um physischen und psychischen Stress abzubauen. Mit Bewegung verhält sich unser Körper gewissermaßen seinen UrInstinkten entsprechend – er baut unerwünschtes Cortisol und überschüssiges Adrenalin ganz einfach ab. Wie früher durch Flucht oder Kampf.


So habe ich schon vor einiger Zeit beschlossen, selber dafür zu sorgen, dass sich meine „Kampfhormone“ in einem guten Level befinden und habe angefangen Sport zu machen.

Morgens, wenn noch alles schläft, ziehe ich mir meine Laufschuhe an und drehe meine Runden. Lediglich 30 Minuten reichen, um meinen Hormonspiegel in die richtigen Bahnen zu lenken und überschüssiges abzubauen. Danach noch eine erfrischende Dusche und der Tag kann mir nichts mehr anhaben.



*Auf Grund der Lächerlichkeit verzichte ich auf die Bezeichnung Neandertalerin ;-), meine aber selbstverständlich auch die Frauen unter ihnen.

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