• laugh and don't burn out

Ich schau auf mich!

Zur Zeit schlägt eine Welle der Hilfsbereitschaft um sich.

KollegInnen, PsychologInnen, Hotlines und private Personen helfen teilweise rund um die Uhr. Sei es durch einfaches zuhören, reden, Beratungen, oder um Besorgungen zu machen.

Ich erkenne da eine sehr schöne und positive Entwicklung. Jedoch ist auch hier Vorsicht geboten. Auch bei Freiwilligen Hilfestellungen darfst du nicht zu kurz kommen und musst auf deinen Körper hören. Denn seien wir uns ehrlich, wem kannst du helfen, wenn du selber am Boden liegst?

Nicht umsonst sollte man bei Gefahr im Flugzeug, sich zuerst selber die Maske vors Gesicht ziehen. Nicht weil man egoistisch ist, sondern um fit genug zu sein um deinem Sitznachbarn zu helfen. Und genau das werden wir heute machen – wir schauen auf uns selber.


Die Sommerreifen gehören montiert, der Rasen das erste Mal gemäht, die Kinder machen Homelearning, der Hund muss dringend gebadet werden, fürs meinen Hausarzt wollte ich noch ein paar Nies-Spuck-Hust-Rotzmasken nähen... und dann ist da noch die Sache mit der Nachbarschaftshilfe. Die alte Tante Grete braucht ihre Medikamente, der komische alte Mann aus Haus 5 winkt auch schon vom Fenster aus, weil er auf seine Lebensmittel wartet und die nette Pensionistin aus der Nebengasse steht auch schon sehnsüchtig am Balkon, weil sie einfach nur einsam ist....

ICH KANN NICHT MEHR. Wann bleibt dann noch Zeit für ich?


SCHLUSS damit, so machst du dich kaputt!


Das magische Wort ist SELBSTFÜRSORGE!!!


Das wichtigste an erster Stelle:

Sorge gut für deine Grundbedürfnisse

In „guten“ und ruhigen Zeiten spüren wir Hunger, Durst, Müdigkeit und Bewegungsmangel recht schnell. In stressigen Zeiten übersehen wir die Anzeichen unseres Körper oft. Gegen Hunger, Durst und Müdigkeit hilft eine Tasse Kaffee oder ein Energie Drink. Bewegungsmangel, der in Form von Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen zum Vorschein kommt, wird mit Medikamenten unterdrückt – guten Rutsch in Richtung Burnout.

Mein TIPP

Versuche regelmäßig zu essen. Setze dich dabei hin und iss bewusst. Die Zeit ist wichtig für dich und somit für deine Vorhaben. Nimm dir immer eine Flasche Wasser mit oder stell einen Krug zentral in deine Wohnung. Versuche mindestens ein bis zwei Liter am Tag zu trinken und schlafe regelmäßig. Auch ein Powernap von 20 Minuten reicht oft schon aus um wieder voller Energie zu sein.

Wenn du keine Zeit fürs Fitnessstudio hast (sollten sie dann wieder ihre Pforten öffnen) mach ein paar Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad und nimm die Treppe, wenn vorhanden. Und mein persönliches Highlight zur Zeit sind 15 Minuten Online Yoga.


Sorge für Entspannung

Respektiere deine Grenzen und fordere sie ein. Gerade in turbulenten Zeiten sorge rechtzeitig für Entspannung und Erholung. Und sei es nur ein kurzer Aufenthalt in der Badewanne, ein Kapitel deines Lieblings Buches vor dem Schlafen unter der Kuschelecke oder eine heiße Tasse Tee oder ein Glas Wein auf deinem gemütlichen Ohrensessel. Wie auch in so vielen anderen Situationen im Leben kommt es hier auf die Qualität und nicht auf die Quantität an.


Pflege deine sozialen Kontakte

Gerade in stressigen Zeiten vernachlässigen wir oft unsere Freunde und Familie. Was ja auch sehr einleuchtend klingt. Hier kann man Abstriche machen. Der Kontakt mit Kollegen oder das kurze Gespräch an der Kasse des Supermarktes können uns allerdings nicht die tiefen Verbindungen zu unseren Nächsten ersetzen. Nimm dir also kurz die Zeit und telefoniere mit deiner besten Freundin. Hör die Tratsch und Klatsch an und lacht gemeinsam. Skype mit deinen Eltern, Geschwistern oder anderen dir nahe stehenden Personen. Vergiss aber auch die Zeit nicht, mit dir alleine zu sein. Gerade wenn du den ganzen Tag mit Kunden, Patienten,.. zu tun hast ist diese Zeit genau so wichtig.


Betreibe Psychohygiene

Kränkungen, Missgeschicke, Niederschläge, aber auch Erfolge, gute Neuigkeiten und besondere Erlebnisse gehören beachte, reflektiert und geteilt. Das kannst du wunderbar mit dem vorigen Punkt verbinden. Für die Psyche und den inneren Frieden/Ruhe ist es wichtig, solche Ereignisse bald zu reflektieren und zu verarbeiten. Nutze also das Gespräch mit deinen Lieben um dir den Ballast von der Seele zu reden. Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freud, verdoppelt sich.


Und wenn du wirklich keine Zeit für diese Punkte findest


Plane die Zeit für Selbstfürsorge ein

Google Kalender, Outlook, Stehkalender,... plane deinen freien Abend unbedingt im Kalender als Fixtermin ein. So als wäre es etwas, das du für andere tust. Das Telefonat mit der Freundin, der Film den du schon lange sehen wolltest, das Ausschlafen am Sonntag oder der Waldlauf,.. für diese Zeiten sollte genau so Platz in deinem Kalender sein.


Selbstfürsorge und Selbstliebe werden hierzulande oftmals unterschätzt und als egoistisch empfunden. Gerade diese sind aber essentiell für eine gute Burnout Prophylaxe. Denke an das Flugzeug. Wem kannst du helfen, wenn du selbst am Boden liegt?


In diesem Sinne – schau auf dich!


Foto:pixabay:geralt


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